Überspringen

6 Fragen an: Thomas Weilbier, Chef des No. 1 Guitar Center in Hamburg

Die Les-Paul-Story, Musik-Stars und jede Menge Action

Nach der erfolgreichen Vintage-Gitarren-Ausstellung auf der Frankfurter Musikmesse kuratierte das Team um Thomas Weilbier, Chef des No. 1 Guitar Center in Hamburg, für die Musikmesse 2019 eine weitere Vintage-Show. In diesem Jahr im Mittelpunkt: Das Werk und Vermächtnis des legendären Gitarristen und MI-Pioniers Les Paul. Im Interview verrät Weilbier das Konzept der Ausstellung – und warum er große Stücke auf die neu geschaffene B2C-Show Musikmesse-Plaza am Messesamstag hält.

Thomas Weilbier, Chef von No. 1 Guitar Center in Hamburg

1. Zunächst ein kurzer Rückblick: Wie zufrieden waren Sie mit der letztjährigen Vintage-Ausstellung auf der Musikmesse? 

Die Aktion war ein Bringer. Wir waren wirklich ein Magnet der Messe, besonders für Gitarristen und diejenigen, die auf die alte Zeit zurückblicken wollten. Das hat die Messe auch wirklich toll unterstützt und toll umgesetzt. Wir haben aus halb Europa Instrumente zusammengesammelt, um in einer fast vierzig Meter großen Glasvitrine die Geschichte von Leo Fender nachzuerzählen. Das war ein Highlight, es war immer etwas los. Und die Ausstellung wurde zu einem echten Treffpunkt für Musiker. Auch weil wir ständig Stars da hatten, zum Beispiel Darryl Jones, den Bassisten der Rolling Stones. Er alleine war natürlich ein echtes Zugpferd. Und die abendliche Session mit Darryl Jones und Thomas Blug war einfach klasse.

2. Es wird auch in diesem Jahr wieder eine Vintage-Ausstellung geben. Was ist 2019 das Thema?

Auf der Musikmesse 2019 erzählen wir die Geschichte von Les Paul nach. Wir konzentrieren uns dabei auf seine Zeit bei Gibson, auf die Jahre 1952 bis Ende 1961, als die letzte Gitarre seinen Namen trug. Wir werden das mit Tafeln und mit Original-Instrumenten optisch ansprechend umsetzen. Ich habe die Versicherungssumme kürzlich gesehen. Wir bewegen uns da zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro. Wir präsentieren das wieder in einem extra Vintage-Raum, wo jeder mal ein Vintage-Instrument antesten kann. Ich gehe übrigens davon aus, dass Gibson die Ausstellung unterstützen wird. Das wäre schließlich ein wichtiges Signal und notwendiges Lebenszeichen der Firma.

3. Darf man wieder Star-Gäste erwarten?

Unbedingt! Es ist zwar noch nichts spruchreif, da wir noch mit ein paar Leuten aus Amerika sprechen wollen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir wieder große Namen begrüßen dürfen. Vielleicht sogar wieder Darryl Jones. Es hat ihm im letzten Jahr großen Spaß gemacht und er ist ein supernetter Typ, den ich eigentlich immer gerne dabei habe. So wie es aussieht wird wohl auch Matthias Jabs von den Scorpions kommen, das wäre schon mal eine richtig große Hausnummer – auch für unsere vielen ausländischen Gäste. Denn die Scorpions sind vor allem in ganz Europa und in Amerika unglaublich groß.

4. Wird die Ausstellung auch auf der Musikmesse Plaza am Samstag, den 6.4., zu sehen sein?

Ja! Zunächst sind wir von Dienstag bis Freitag auf der Musikmesse, am Freitagabend transportieren wir dann alles zur Plaza und bauen die Ausstellung wieder auf. Der Endverbraucher wird da für den sensationellen Preis von nur fünf Euro extrem viel geboten bekommen: vier große Bühnen aus den 50er, 60er, 80er und 90er Jahren, Schallplatten-, CD-und Poster-Börse mit antiken Sachen bis hin zu alten Autos, Klamotten und Vintage-Studio-Equipment. Und von uns gibt’s auch einiges zu sehen: Denn neben der aktuellen Les-Paul-Ausstellung werden wir nochmals die Fender-Ausstellung vom Vorjahr zeigen. In einem extra Leo-Fender-Raum halten wir ab elf Uhr einen zweistündigen Workshop ab, bei dem absolute Fachleute die Fender-Geschichte erzählen – garniert mit Sound-Beispielen von Thomas Blug. Von 14 bis 16 Uhr erzählen wir dann die Gibson-Story, Peter Weihe sorgt hier für die musikalische Umsetzung. Kurz: Da muss eigentlich jeder hin, der ein Herz für die Musik hat.

5. Mit der Musikmesse Plaza geht die Musikmesse Frankfurt einen neuen Weg. Wie schätzen Sie das Potential dieser Neuerung ein?

Die Plaza könnte der Frankfurter Musikmesse einen wahnsinnigen Schub verleihen. Diese Vision hatten wir übrigens schon vor 15 Jahren. Aber das ließ sich damals – weil es eine reine B2B-Messe war – nicht umsetzen. Jetzt steht die Plaza auch dem Endverbraucher offen: Jeder kann seine Instrumente mitbringen und verkaufen oder eben einkaufen. Ich bin in den letzten Monaten viel gereist, war auf fast jeder Vintage-Messe der Welt und habe von dem neuen Plaza-Konzept erzählt. Das Feedback ist großartig. Wir haben schon jetzt unglaublich viele internationale Anmeldungen. Selbst aus Amerika kommen vier Händler zur Plaza und bringen ihre Raritäten mit. Darunter ist auch Drew Berlin von den Burst Brothers, der vielleicht größte Vintage-Experte der Welt. Das ist eine echte Auszeichnung, das spricht für das Konzept. Was mich etwas enttäuscht, ist die zögerliche Haltung der Deutschen – während die Amerikaner und die europäischen Ausländer geradezu euphorisch auf das Modell reagieren. Mir scheint, dass man hier noch nicht so ganz begriffen hat, dass der Markt so klein und diffizil geworden ist. Wir müssen zusammenhalten. Sonst verlieren wir Grund und Boden.

6. Messen haben heute generell einen schwereren Stand. Warum sind Musikmesse und Prolight + Sound trotzdem für die Branche wichtig?

Ich finde, du musst den Leuten einfach mal ins Gesicht gucken können. Als Musiker, Händler oder Geschäftsmann ist es doch am besten, wenn du jemandem gegenübersitzen kannst. Man kann sein Problem erzählen und er versteht das Problem und kann helfen. Das ganze Gebilde Artist Relations ist heute so etwas von stockend geworden. Man kann mit keinem mehr reden. Deshalb finde ich so eine Messe wichtig. Dafür braucht es nicht unbedingt riesengroße Stände, da reichen auch mal fünf Leute und zehn Instrumente, aus jeder Kategorie eines. Damit schafft man die Grundlage für Kommunikation – und die ist immer wichtig. So kommt man motiviert nach Hause und freut sich vielleicht, dass man wieder ein „Go“ von einem Lieferanten bekommen hat. Der klopft einem dann auch mal auf die Schulter und sagt, „das habt ihr gut gemacht, lass uns jetzt dieses oder jenes anpacken.“ Das ist wichtig – und dafür schaffen Musikmesse und Prolight + Sound die Plattform.

Die Messe Frankfurt verwendet Cookies, um Ihnen das bestmögliche Besuchserlebnis bieten zu können. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen