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Musikmesse Interview mit Alen Brentini

Alen Brentini

Zu den darstellenden Künstlern, die erstmals auf der Musikmesse 2018 auftreten, gehört Alen Brentini, ein langsam aber stetig aufgehender Stern am Musikhimmel. Mit seinen Namen weiß man vielleicht nicht überall gleich etwas anzufangen, aber der Mann spielt vor ausverkauften Stadien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Daneben ist er auf YouTube zu finden, nicht nur mit seiner sensationellen Virtuosität, sondern auch mit herrlichen akustischen Interpretationen. Weil er während der Musikmesse jeden Tag auftreten wird, möchten wir ihn hier kurz vorstellen. Alen spricht nicht nur über seine Erfolge, sondern auch über die Entscheidungen, die man am Anfang einer Berufsmusiker-Karriere manchmal treffen muss. Das Geheimnis liegt für ihn in der Einstellung, denn egal ob man für zehn oder hunderttausend Leute spielt: Man muss immer professionell sein und sich die Leidenschaft für die Musik bewahren.

Freust Du Dich auf Deine Shows auf der Musikmesse 2018?

Ja klar, total. Bekanntlich ist die Musikmesse die beste und größte Veranstaltung in Europa, und was kann besser sein, als hier mit großartigen Künstlern aufzutreten, umgeben von herrlichem Musikequipment … und vor einem Publikum, das sich für besondere Musikrichtungen oder Instrumente interessiert.  

Weshalb bist Du eingeladen worden?

Wahrscheinlich, weil ich zurzeit wirklich große Shows spiele, Arenen und Stadien mit Andreas Gabalier und gleichzeitig auch meine eigene Karriere als Sänger, Songwriter und Gitarrist verfolge. Es läuft also einiges ständig parallel, und das eine kommt zum andern. Man bekommt so viele Möglichkeiten und die in diesem Geschäft größte Aufmerksamkeit. Ich konnte bisher in ganz verschiedene Stilrichtungen arbeiten und natürlich viel von den fantastischen Musikern lernen, mit denen ich im letzten Jahrzehnt zusammengespielt habe.

Dann ist es ganz logisch, dass man als Musiker immer vielseitiger wird, was mich schon immer interessiert hat, denn die Musik kennt keine Grenzen und bewegt sich ständig weiter – in einem kontinuierlichen Prozess.

Mit Deinen Aufnahmen läuft es ja ganz gut, Aber Deine eigenen Videos finden auch immer größere Anerkennung, nicht wahr?

Danke! Ja, das liegt daran, weil ich an vielen unterschiedlichen Projekten beteiligt war und, wie schon gesagt, dann kommt eins zum anderen. So konnten mich Leute, die meine eigentliche Musik mögen, in anderen Formationen sehen oder hören, z.B. Acoustic-Pop oder Austro-Pop mit Country-Elementen, Black Metal, Blues und so weiter.  

So hat man eine große Bandbreite und das Publikum wächst. Wenn ich mit Andreas auf der Bühne gestanden habe, ist es mehr als einmal vorgekommen, dass die Fans Transparente mit den Texten meiner Songs hochhielten. Oder als Vorgruppe sangen seine Fans meine Songs mit, Balladen wie "Voice like an angel" oder "Every minute in my heart". Es ist ganz einfach: Ich versuche, das Beste für das Publikum zu geben, und die Leute im Publikum sind die Besten für mich. Dann kommen auch einige dieser Fans zu meinen Shows. Ich verausgabe mich immer komplett, damit die Leute austicken oder (zumindest) beeindruckt sind. Wie war das noch mit dem Song von Tesla "What you give is what you get"?

Nein, im Ernst, es ist harte Arbeit, als Berufsmusiker in verschiedenen Bands und Stilrichtungen gleichzeitig unterwegs zu sein. Man muss sich wirklich der Musik mit Haut und Haaren widmen. Mich hat nie etwas anderes als Musik interessiert. Die Leute spüren diese Leidenschaft und mögen früher oder später, was man tut. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Ich habe 20 Jahre gebraucht, um die Chance zu bekommen vor 70.000 oder vielleicht 100.000 Leuten zu spielen, wie im Sommer 2017 am Hockenheim Ring oder zwei Jahre hintereinander im Münchner Olympia Stadium oder auf der Musikmesse 2018.

Weißt Du schon, wo der Schwerpunkt Deiner Musikmesse-Performance liegen wird? Unterricht oder Auftritte?

Ich denke, ich werde meine eigene Musik spielen, aber vielleicht erkläre ich hier und da ein paar Sachen und rede über Dynamik oder etwas, was ich für das Musizieren insgesamt für wichtig halte. Dynamik kann man nicht im Geschäft kaufen, man muss sie fühlen. Das Publikum spürt so etwas, und das Ergebnis ist immer super. So viele Leute lieben die Musik, verstehen aber nicht, was da abgeht, sie spüren nur etwas. Ihre Herzen berührt man am einfachsten, wenn man mit Dynamik arbeitet, so dass der Vibe sie sofort packt..

Ich kann vieles von meiner ersten Platte aus dem Jahr 2008 vorstellen. Mein neues Material wird in Kürze veröffentlicht, das kann ich dann auch verwenden. Mein viertes Studioalbum enthält 12 Songs, die von mir geschrieben, arrangiert und gespielt und von Michael Voss (MadMax, Michael Schenker, Phantom 5, Casanova) produziert wurden.

Spielst Du auch Akustikversionen? Ich weiß, dass Dir das auch großen Spaß macht.

Das überlege ich mir noch. Ja, akustische Musik ist für mich auch eine große Leidenschaft! Ich hatte das Glück, mit einigen der besten Akustikinterpreten der Welt zu spielen, und dann habe ich auch noch den großartigen Tommy Emmanuel C.G.P. (“Certified Guitar Player) getroffen. Ich bin ganz tief in diese magische Welt von Holz und Stahl eingedrungen.

2016 und 2017 konnte ich auch mit Eric Martin (Mr. Big) einige Live-Akustik-Shows spielen, außerdem trat ich kurz danach mit Andreas Gabalier in der berühmten MTV Unplugged Show, mit den Wiener Philharmonikern in Tempel der Kultur, dem Odeon-Theater in Wien/Österreich auf. Es gibt eine Live-DVD/CD/LP dieser Vorstellung. Im Anschluss daran gingen wir auf MTV-Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Häufig sieht man mich mit meinem Vater mit zwei Gitarren und Gesang in Akustikversionen. Das ist so eine Art Familientradition. :)

Apropos Akustikgitarre. Bruce Gaitsch wird auch da sein. Hast Du als Autor vieler Popsongs irgendwann mal seine Musik weniger geschätzt, später aber sein Genie erkannt, wie viele andere Rock- und Metal-orientierte Musiker?

Zum ersten Mal hörte ich von ihm, als Richard Marx eines seiner brillanten Alben herausbrachte und Bruce einer der Studiomusiker war. Es gibt wirklich nichts an dieser Musik auszusetzen. Ich mag sie. Er ist einer der Größten auf dem Planeten, und ich respektiere jede Arbeit und werde nie etwas Schlechtes sagen, auch wenn es nicht meine Musikrichtung ist. Deswegen freue ich mich wirklich, Bruce auf der Musikmesse zu treffen, ihm die Hand zu schütteln und vielleicht etwas mit ihm zu spielen. Das wird eine tolle Erfahrung sein.

Heutzutage ist es echt schwer, Berufsmusiker zu sein. Man muss manchmal spielen, auch wenn es einem nicht gerade danach ist, aber nur so kann man überleben, und das sollte keinem Musiker peinlich sein. Man muss diesen Weg gehen, bis man etwas Besseres findet als man verdient oder sucht. Ich habe bei Hochzeiten, Geburtstagen und allen möglichen Veranstaltungen gespielt. Na und? Ich habe das so gut wie möglich gemacht, nicht um jemanden zu beeindrucken, denn es gab niemanden, den man hätte beeindrucken können, sondern um selbst Spaß zu haben, um aus einer nicht so lustigen Situation etwas zu lernen, um Erfahrungen zu sammeln, um solche Situationen problemlos zu meistern. Und in der Tat mache ich das auch heute. Bei jedem einzelnen Gig versuche ich, mich mit einigen neuen Sachen zu beeindrucken, die Solos im jeweiligen Moment zu inszenieren, zu improvisieren, einige nette Akkorde einfließen zu lassen, um das Bild anders als am Vorabend zu gestalten und auch zu singen. Ich denke, das ist für mich und das Publikum interessant. Egal, ob da 10 Leute sitzen oder ein riesiges Publikum. Ich möchte spüren, dass ich an diesem Abend eine besondere Magie schaffen konnte, statt nur das Bekannte zu wiederholen. Das hält mich als Solokünstler am Leben.  

Gefällt Dir das Konzept der intimen Sweat, Blood & Tears Box, anstelle einer Performance auf der Bühne oder einem Auftritt am Messestand?

Absolut! Das Konzept ist klasse. Jeden Tag spielen wir alle 30 Minuten auf der Bühne, und das ist der beste Ort, um Material und Ausrüstung zu präsentieren. Ich habe gehört, dass es dort super Sachen wie Beschallungssystem usw. gibt.

Du bist zum ersten Mal auf der Musikmesse, stimmts? Warst Du schon mal als Besucher hier?

Ja, das ist meine Premiere! Ich war noch nie auf der Messe, wollte aber schon immer mal hin. Letztes Jahr spielten wir ein paar Tage vor Messebeginn diese MTV Unplugged Show in Frankfurt, aber dann reisten wir in die Schweiz, um im bekannten KKL-Theater aufzutreten, und ich kam wieder nicht auf die Messe. Ganz offensichtlich ist es jetzt endlich soweit.  

Welchen Rat kannst Du Gitarrenanfängern oder Gitarristen geben, die in ihrer Entwicklung nicht vorankommen?

Alles was ich sagen kann ist, nie aufgeben, und egal was man spielt, immer mit Herzblut, denn eines Tage wirst Du Deinen Lohn bekommen. Jemand hat mal gesagt: Lerne von den anderen, dann vergiss alles und versuche Dein eigenes Ding zu machen… es war glaube ich Marty Friedmann, und das gefällt mir wirklich gut!

Kommen Deine neuen Sachen bald heraus?

Ja! Mein neues Album steht kurz vor der Veröffentlichung, begleitet von einer Promotion-Tour, ich trete im Sommer in Open-Air-Stadien auf, dann eine große Arena-Tour im Oktober mit Andreas Gabalier (mit 30 Vorstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Einige neue Gastveröffentlichungen stehen an, wie letztes Jahr für die Band namens Volfpakk mit Mark Sweeney und Michael Voss usw. Ich hoffe, dass es ein gutes Jahr wird, bisher sieht alles super aus!

Ich möchte noch erwähnen, was ich letztes Jahr gemacht habe, falls jemand noch mehr von meiner Musik hören möchte. Vampires Of The Mists - "Inside The Dreams Of Reality", mit einer Art Horror-Metal-Vibe. Und auch Soul'd Out, ein akustisches Cover-Projekt – gibt es auf YouTube!

Nenn mir den wichtigsten Grund, warum die Fans zur Dir und all den anderen Veranstaltungen auf der Musikmesse 2018 kommen?

Der einzige Grund, auf der Musikmesse zu sein, sind Liebe & Leidenschaft für die Musik!

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