Awards: Deutscher Musikinstrumentenpreis

Drei Musikinstrumentenbauer aus Freiburg, Füssen und Markneukirchen erhalten in diesem Jahr den Deutschen Musikinstrumentenpreis in den Kategorien Gitarre und Bassklarinette. Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ausgeschriebene Preis würdigt sehr hochwertige Produkte aus dem Musikinstrumentenbau. Er wird seit 1991 alljährlich in zwei sich ändernden Produktgruppen anlässlich der Musikmesse in Frankfurt am Main verliehen. In diesem Jahr findet die Preisverleihung am Donnerstag, 13. März, 18:00 Uhr im Café Classic in Halle 1.2 des Frankfurter Messegeländes in Anwesenheit von Herrn Meyer, Leiter der Abteilung Industriepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, statt.

In der Kategorie Konzertgitarre geht der Deutsche Musikinstrumentenpreis 2008 an zwei Instrumentenbauer, deren Instrumente gleichauf an der Spitze lagen: den Freiburger Gitarrenbauer Sascha Nowak und den Füssener Zupfinstrumentenbaumeister Urs Langenbacher.

Die Gitarre von Sascha Nowak erhielt in der physikalisch-technischen Prüfung die mit Abstand beste akustische Bewertung. Die Testmusiker schätzten vor allem die brillante Höhe und gute Formbarkeit des Klanges des Instruments. Die Jury beschreibt die spanisch-trockene Klangfarbe als sehr ausgeglichen, gelobt wurden explizit das gute Preis-Leistungs­verhältnis aber auch die leichte Spielbarkeit und das „gelungene Gesamtkonzept“.

Nowak gründete seinen Ein-Personen-Betrieb 1990 zunächst als Musikalienhandel mit Reparaturservice und entwickelte sich im Laufe der Jahre immer mehr in Richtung Gitarrenbau. Für seine Arbeit prägend sind die beiden renommierten Gitarrebauer Rolf Eichinger und Kolya Panhuyzen.

   

Die Gitarre von Urs Langenbacher überzeugte die Jury durch ihre individuelle Gestaltung und die exklusive Holzauswahl. Der voluminöse Klang, der bis in hohe Lagen sehr klar ist, wurde bei der Bewertung hervorgehoben, ebenso die Ausführung des geteilten und justierbaren Stegeinschubs. Das Instrument erhielt die beste Musikerbewertung aller eingesandten Instrumente.

Langenbacher arbeitete nach seiner Ausbildung an der Staatlichen Fachschule für Geigenbau und Zupfinstrumentenmacher in Mittenwald einige Jahre als Geselle, später als Meister, in der Werkstatt des Geigenbaumeisters Pierre Chaubert in Füssen, bevor er sich 1999 dort selbständig machte. Langenbachers Schwerpunkt liegt auf dem Neubau von Konzertgitarren, Lauten und Mandolinen und deren Restaurierung und Pflege.

 

Den deutschen Musikinstrumentenpreis 2008 in der Kategorie Bassklarinette erhält das Modell „Oskar Adler 510“ der Gebrüder Mönnig, Oscar Adler & Co. Holzblasinstrumentenbau GmbH aus dem sächsischen Markneukirchen. Begeistert waren die Testmusiker von dem ganz besonderen Klang des Instruments und der Stimmung des tiefen C. Es habe nicht nur hervorragende dynamische Eigenschaften sondern auch eine bemerkenswerte Ausgeglichenheit im hohen Register.

Das Unternehmen blickt auf eine lange Tradition zurück, die bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts reicht. Die ursprünglich konkurrierenden Unternehmen Gebrüder Mönnig und Oscar Adler & Co. produzierten in Markneukirchen eine Vielzahl von Holzblas¬instrumenten gleicher Bauart. Seit der Fusion im Jahr 2000 konnten sich die in kompletter Handarbeit gefertigten Instrumente zunehmend in den Spitzenorchestern der ganzen Welt etablieren.

Das Unternehmen stellt während der Musikmesse in Halle 1.1, Stand H 33 aus.

Zur Ermittlung der Preisträger durchlaufen die eingereichten Instrumente ein dreistufiges Prüfungsverfahren: Fünf Musiker bewerten die Instrumente beim Spielen, die Bestimmung der akustischen Eigenschaften der Instrumente verläuft „objektiv ohne Spielereinfluss“. In einem dritten Schritt beurteilt ein Sachverständiger die Instrumente hinsichtlich ihrer handwerklichen Verarbeitung.

2009 wird der Deutsche Musikinstrumentenpreis in den Kategorien F-Tuba (Zylinderventil) und 4/4 Violine verliehen. Der Anmeldeschluss für Einreichungen beim Institut für Musikinstrumentenbau ist der 11. April 2008.

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen erhalten Bewerber beim:

Institut für Musikinstrumentenbau
Klingenthaler Straße 42
08267 Zwota
Telefon: 037467-23481 
E-Mail:
post@ifm-zwota.de

[mehr] Die Träger des Deutschen Musikinstrumentenpreises
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